AUSSTELLUNGEN VORSCHAU

 
 
Edvard Munch, Madonna – Liebendes Weib, 1895–1902 (Detail), Sammlung Selinka, Kunstmuseum Ravensburg
Edvard Munch, Madonna – Liebendes Weib, 1895–1902 (Detail), Sammlung Selinka, Kunstmuseum Ravensburg
 

ZEITFRAGEN
SAMMLUNG TRIFFT GEGENWART

8. AUGUST BIS 15. NOVEMBER 2026 (EG/1. OG)
Eröffnung, 7. August, 19 Uhr

 

Die Sammlung Selinka des Kunstmuseums Ravensburg umfasst Werke des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf dem deutschen Expressionismus, der sich in Zeiten politischer Umbrüche, neuer künstlerischer Ausdrucksformen und gesellschaftlicher Wandlungen herausbildete. Die Ausstellungsreihe Zeitfragen. Sammlung trifft Gegenwart bringt ausgewählte Sammlungswerke mit Gegenwartskunst in einen Dialog und macht Kontinuitäten wie Brüche zwischen verschiedenen Generationen und Kontexten sichtbar. Die Gegenüberstellung lädt dazu ein, spielerisch Sammlungsthemen aus neuen Perspektiven zu betrachten, historische und gesellschaftliche Narrative zu hinterfragen und aktuelle Diskurse in den Blick zu nehmen.

Mit Arbeiten von Kader Attia, Fiona Banner, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Małgorzata Mirga-Tas, Otto Mueller, Edvard Munch, Daniel Richter, Ulrike Rosenbach, Karl Schmidt-Rottluff, Agnès Varda


 
Janet Cardiff, The Forty Part Motet, 2001, Ausstellungsansicht Baltic Centre for Contemporary Art, 2012, © die Künstlerin, Foto: Colin Davison
Janet Cardiff, The Forty Part Motet, 2001, Ausstellungsansicht Baltic Centre for Contemporary Art, 2012, © die Künstlerin, Foto: Colin Davison
 

JANET CARDIFF
THE FORTY PART MOTET

8. AUGUST BIS 15. NOVEMBER 2026 (2. OG)
Eröffnung, 7. August, 19 Uhr

 

Die Sound-Installation The Forty Part Motet (2001) der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff (*1957) rückt die skulpturalen Qualitäten von Klang in den Mittelpunkt und bietet ein einzigartiges räumliches Klangerlebnis. Ausgangspunkt bildet das polyphone Renaissance-Musikstück Spem in Alium, das Thomas Tallis um 1570 für acht Chöre zu je fünf Stimmen komponiert hat. Janet Cardiff zeichnete die Stimmen der Sänger:innen auf getrennten Tonspuren auf und lässt jede Stimme über einen der vierzig im Oval angeordneten Lautsprecher erklingen. Die eigene Bewegung im Raum bestimmt das Hörerlebnis und ermöglicht, sich sowohl auf die Intimität unterschiedlicher Solostimmen zu konzentrieren als auch in die suggestive raumreifende Komposition als Ganzes eintauchen. Mit Dank an die Tate Modern, London.


 
Charlotte Salomon, Leben? oder Theater?, 1940–1942, Ausstellungsansicht Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 2023, © Charlotte Salomon Foundation, Amsterdam, Foto: Ernst Jank
Charlotte Salomon, Leben? oder Theater?, 1940–1942, Ausstellungsansicht Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 2023, © Charlotte Salomon Foundation, Amsterdam, Foto: Ernst Jank
 

CHARLOTTE SALOMON
LEBEN? ODER THEATER?

5. DEZEMBER 2026 BIS 29. MÄRZ 2027 (EG/1./2. OG)
Eröffnung, 4. Dezember, 19 Uhr

 

Charlotte Salomons (1917 Berlin – 1943 Auschwitz) außergewöhnliches Lebenswerk entstand innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Flucht aus Berlin im Jahr 1939 im Exil in Südfrankreich. Leben? oder Theater? (1940–1942) ist ein umfangreiches Konvolut farbmächtiger Gouachen mit drehbuchartigen Szenen aus Text und Bild. In drei Akte unterteilt verknüpft das Werk Zeichnung und Malerei mit Elementen aus Literatur, Film, Theater, Musik und Philosophie. Im Wechsel von Close-Up und Totale verbindet die deutsch-jüdische Künstlerin autobiografische und fiktive Elemente zu einer virtuosen Neuerzählung ihrer Lebens- und Familiengeschichte. Die antisemitische Verfolgung und existenzielle Bedrohung im Nationalsozialismus bilden den Rahmen ihres sogenannten ›Singespiels‹, das zwischenmenschliche Beziehungen sowie Fragen nach Schicksal und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt rückt. Die Ausstellung stellt 235 der insgesamt 769 Blätter vor und gibt Einblick in ein künstlerisches Werk, das durch seine innovative Bildsprache und experimentelle Erzählstruktur besticht.

In Kooperation mit dem Jewish Museum Amsterdam. Kuratiert von Irene Faber, eh. Sammlungskuratorin, Jewish Museum Amsterdam; am Kunstmuseum Ravensburg betreut von Lea Daro.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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